LIVE!TONIGHT!SOLD!OUT!

LIVE!TONIGHT!SOLD!OUT!

besingt als Theater-Musik-Performance den Selbstmord und das subversive Potential eines Begehrens, das nicht der Erfüllung, sondern allein dem Wunsch dient. Ein Pop-Requiem, ein Anti-Sprachrohr ohne Botschaft für eine Existenzform in einer stetigen Bewegung.

 

„Man muss den Selbstmord vorbereiten, arrangieren, Stück für Stück herstellen, berechnen, die nötigen Zutaten zusammenstellen, ausdenken, auswählen, Rat einholen, ihn durcharbeiten, um ein Werk zu schaffen, das keinen Zuschauer hat und nur für einen selbst existiert, gerade so lange wie die kürzeste Sekunde des Lebens.“ (Foucault)


 

Regie: Daniel Schauf, Dramaturgie und Textfassung: Björn Fischer, Kostüm und Bühne: Maylin Habig,

Musikalische Leitung: Richard Millig, Regie-Assitenz: Hannah Brown, Hospitanz: Lin Hanka

 

Darstellerinnen: Virginia V. Hartmann, Elisabeth-Marie Leistikow, Anja Signitzer

 

Eine Drittmittel Produktion in Zusammenarbeit mit studioNAXOS. 

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.


STORGE

„Auf einem bestimmten, sicheren Platze steht der Mensch und hält sich alles, was ihm in die Nähe kommt, mit wirkungsvollen Rechtsgebärden vom Leibe. Alles Leben, wie er es kennt, ist auf Distanzen angelegt, das Haus, in dem er seinen Besitz und sich verschließt, die Stellung, die er bekleidet, der Rang, nach dem er strebt – alle dienen dazu, Abstände zu schaffen, zu festigen und zu vergrößern. (…) Nur alle zusammen können sich von ihren Distanzen befreien.“ (Elias Canetti: Masse und Macht)

 

Im Rahmen der Goethe Festwoche der Stadt Frankfurt am Main. Mit Teilnehmer*innen aus Frankfurt und Umgebung

 

 

Konzept, Regie: Simon MöllendorfDaniel Schauf, Produktionsleitung: Caroline Rohmer

Eine Drittmittel Produktion in Zusammenarbeit mit studioNAXOS.


ES WIRD GEWESEN SEIN

„Das Höchste, was man errreichen kann, ist zu wissen und auszuhalten, dass es so und nicht anders gewesen ist, und dann zu sehen, was sich daraus – für heute – ergibt.“ (Hannah Arendt)

 

Anfang 2016 eröffnet das Museum Frieder Burda die Ausstellung GERHARD RICHTER.BIRKENAU. Das besondere an Richters Bildern: es sind abstrakte Bilder, hervorgegangen aus Übermalungen von Fotos, die ursprünglich als Beweisfotos für die Massenvernichtung durch die Nationalsozialisten in Auschwitz-Birkenau geschossen wurden. In ES WIRD GEWESEN SEIN führen 6 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren ein Bildergespräch über die Birkenau-Bilder von Gerhard Richter. Kann ein abstraktes Bild ein Zeugnis für die Erinnerung an die Shoah sein? Was erwarten wir von einem Bild über Auschwitz? Und welche Form, welche Bilder brauchen wir für die Erinnerungskultur der Zukunft?

 

Regie: Daniel Schauf, Dramaturgie: Bettina FöldesiPhilipp Scholtysik, Regie-Assitenz: Karlotta Hölzlwimmer

Von und mit: Anne Groß,  Dami AdeniyiLilian StrubNeala PattersonPaula WeihrauchSolveig Kolletzki

 

Eine Drittmittel Produktion in Zusammenarbeit mit studioNAXOS. 

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und der Hessischen Theaterakademie.


LASS DAS WUNDER DEINER LIEBE AN IHM GESCHEHEN

Foto © PiA Händler

Freitag, 14. Januar: „Das Abendmahls-Motiv, die Notwendigkeit der Droge, ihre Einnahme durch einen Chor und die Individualisierung eines Chormitglieds durch Verrat.“ Daneben in einer mir unbekannten Handschrift: „kann übersprungen werden“. Der Leib Christi kann übersprungen werden. Drogen können übersprungen werden. Judas, der Verräter, der nicht teilnimmt am Ritual – bin das ich? Zeugnis ablegen, bekennen, verraten. Vor einiger Zeit auf dem Sperrmüll ein Stapel Kalender: Tagebuchaufzeichnungen einer Unbekannten. Zusammengefasst: Zehn Jahre lang bittet sie Gott darum, ihrem Mann guten Stuhlgang zu schenken. Durch einen Unfall, der vor dem ersten Tag der Aufzeichnungen liegt, kann dieser, was er zu sich nimmt, nicht mehr problemlos ausscheiden. Seit dem zeigt sich Gottes Gnade im Stuhlgang.

 

Von und mit: Philipp Scholtysik, Raum: Maylin Habig, Musikalische Leitung: Jacob Bussmann,

Dramaturgische Beratung: Bettina Földesi, Daniel Schauf, Produktionsassistenz: Sophie Osburg

Eine Drittmittel Produktion in Zusammenarbeit mit studioNAXOS.


STRATEGIEN BEGRENZTER BEUNRUHIGUNG FÜR EIN WEITERHIN BERUHIGTES LEBEN

Foto © PiA Händler

Der Künstler Malte Scholz kommt nach drei Tagen Harz-Urlaub zurück nach Frankfurt. Unbekannte sind in sein Atelier eingedrungen und haben eine Serie von Selbstportraits schwarz übermalt. Er findet ein anonymes Bekennerschreiben, das die Tat zu begründen versucht. Der Künstler verständigt die Polizei, diese kann aber keine Einbruchsspuren feststellen. Stattdessen setzt sie den Fall in Verbindung mit der Brandstiftung in einem hessischen Sägewerk, zu der sich die Identitäre Bewegung, eine neurechte Gruppierung, bekannt hat. Nachdem sich dieses Bekenntnis als Fälschung erweist, stellt die Polizei die Ermittlungen ein. Auf eigene Faust ermittelt der Künstler weiter. Die Begegnung mit einem rechtsextremen Maler aus Chemnitz und einem ähnlichen Fall an der Kunstakademie Wien in den 90er Jahren zwingt ihn, das Verhältnis von Kunst und Politik in seiner Arbeit zu hinterfragen. Wer übermalte den Übermaler?

 

Regie: Daniel Schauf, Dramaturgie: Julia Schade, Video: Jonas Alsleben, Performance: Malte Scholz,

Philipp Scholtysik, Bettina Földesi u.a., Produktionsleitung: Toni Müßgens, Assistenz: Anja Schneidereit 

Eine Drittmittel Produktion in Zusammenarbeit mit studioNAXOS.


FALLS DIESE VORSTELLUNG BEIBEHALTEN WIRD

Fotos © Hanke Wilsmann

FALLS DIESE VORSTELLUNG BEIBEHALTEN WIRD

ist eine Live-Video-Art Performance für 12 Zuschauer nach Motiven aus dem Prosa-Text Der Verwaiser von Samuel Beckett. Stellen Sie sich vor, irgendwer hört dem zu, wie Sie selbst irgendetwas erzählen und wie Sie selbst oder irgendwer zuhört, während Sie selbst oder irgendwer irgendetwas erzählt. Das ist es, wie das Leben gelebt wird, die Art, das ist es, was einen jeden zu dem macht, der er ist, was er ist, selbstverständlich bewirkt es das, denken Sie bloß an Ihr Leben, wie es wirklich ist. Sie hören immer jemandem zu und Sie erzählen immer jemandem oder irgendwem etwas. Das ist Leben, die Art, wie es gelebt wird. 

 

Regie: Daniel Schauf, Bühne: Nils Wildegans, Kostüm: Maylin Habig, Video: Jost von Harleßem

Performance: Philipp Scholtysik, Bettina Földesi und Carolin Millner – Eine Produktion von studioNAXOS.


I VERY MUCH UNDERSTAND THE IDEA

Foto © Philipp Scholtysik

Mit seiner radikalen Ästhetik der Gleichheit galt das National Theatre of Somalia bis zu seiner Zerstörung im Bürgerkrieg der 1990er Jahre als Symbol einer neuen, sozialistischen Gesellschaft.

 

Mit seiner Wiedereröffnung im Exil begannen Jonas Alsleben,

Daniel Schauf und Philipp Scholtysik 2012 eine Projektreihe, 

in der sie versuchen, die vergessene Ästhetik des National Theatre of Somalia zu recherchieren. Getrieben von ihrer Vision wird das Projekt für das Künstlerteam zu einer „Entdeckungsreise ins Ungewisse der eigenen Existenz, in die Untiefen des Halb- und Unterbewusstseins, ins finstere Labyrinth von Lüge und Schuld.“

 

 

Regie: Daniel Schauf, Video: Jonas Alsleben, Performance: Anta Helena Recke, Anton Rose und

Philipp Scholtysik – Eine Produktion von Fleetstreet Theater Hamburg und dem National Theatre of Somalia.


FATZER-/KOMMENTAR/VERSUCH/LEHRSTÜCK/FRAGMENT

Foto © Björn Stork

Laut Brecht enthält der Fatzer „Ansichten (Theorien), die für den kollektivistischen Staat und den Weg dorthin, die Revolution, nötig sind.“

 

Ausgehend von der Gruppe um Fatzer, die auf die erhoffte Revolution wartet, unternehmen wir eine szenische Erkundung des Fragments, indem wir es mit Brechts Anmerkungen zum Lehrstück betrachten. Sie greifen das Problem des Einzelnen mit dem wir der Gemeinschaft auf und werfen einen Blick auf ein Volk, das noch fehlt. 

 

 

Regie: Daniel Schauf, Dramaturgie: Philipp Scholtysik, Performance: Bettina Földesi, Carolin Millner, Lena Natus und Jacob Bussmann – Eine Produktion von Ringlokschuppen Ruhr im Rahmen der Dritten Mülheimer Fatzertage.


BLICKAKTE

Während Somalia gerade wieder mit Bildern von Hungerkatastrophen für kurze Zeit in der Weltpresse auftaucht, begleitet ein junger Journalist einen in Berlin lebenden

Exil-Somali bei dem einzigen Geschäft, für das die Welt Somalia noch braucht: dem Import von Myrrhe. Auf seiner Reise trifft er eine taiwanesische Künstlerin und das National Theatre of Somalia. Die verschiedenen Biographien führen zum Versuch einer bio-geo-graphischen Erzählung unserer Zeit. Der Warenweg der Myrrhe von Afrika in die westlichen Länder ermöglicht einen Blick auf die Formen, in denen wir uns bewegen, wenn wir uns dem Anderen annähern, über es schreiben, es zur Darstellung bringen. 

 

Regie: Daniel Schauf, Dramaturgie: Philipp Scholtysik, Video: Jonas Alsleben, Performance: Bee Chang und Philipp Scholtysik – Eine Produktion von Theater Drachengasse (Wien) und dem National Theatre of Somalia.


DIE MASSNAHME

Sie kennen sicher die Geschichte von den Psychologen, die in ein Dorf im hintersten Winkel Afrikas gezogen sind, um einen kleinen Testfilm zu zeigen. Nach der Vorführung bitten sie die Zuschauer, die Geschichte so zu erzählen, wie sie sie verstanden haben. Na ja, in dieser Story mit drei Personen hatte diese nur eines interessiert: das Gleiten der Schatten und Lichter durch die Bäume. Bei uns bestimmen die Personen die Wahrnehmung. Die Augen richten sich vorzugsweise auf Gestalten, die kommen und gehen, auftauchen und verschwinden.

Warum ich Ihnen nahegelegt habe, daß wir die Anonymität benutzen? Weil ich mich nach den Zeiten sehne, in denen ich als Unbekannter noch die Chance hatte, mit dem, was ich sage, Gehör zu finden. Die Berührungsstelle mit dem möglichen Leser war nicht vorgezeichnet. Die Wirkungen des Buchs tauchten an unerwarteten Orten auf, und es zeichneten sich Formen ab, an die ich nicht gedacht hatte. Mit dem Autorennamen macht man es sich einfach.

Ich schlage ein Spiel vor: das des „Jahres ohne Namen“. Ein Jahr lang soll man alle Bücher ohne Autorennamen veröffentlichen. Die Kritiker hätten mit einer rein anonymen Produktion klarzukommen. Aber vielleicht – wenn ich es mir recht überlege – hätten sie ja nichts zu sagen: Alle Autoren würden das nächste Jahr abwarten, um ihre Bücher zu publizieren. (...)

 

Ich habe die Anonymität nicht gewählt, um diesen oder jenen zu kritisieren – das tue ich nie. Es ist ein Weg, mich direkter an den eventuellen Leser zu wenden, an die einzige Person, die mich interessiert: „Da Du nicht weißt, wer ich bin, bist Du nicht der Versuchung ausgesetzt, nach den Gründen zu suchen, warum ich sage, was Du liest; nimm Dir die Freiheit, Dir ganz einfach zu sagen: Das ist wahr, das ist falsch. Das gefällt mir, das gefällt mir nicht. Punkt, Schluß.“ (Michel Foucault, Der maskierte Philosoph, 1980)

 

Regie: Daniel Schauf, Dramaturgie: Philipp Scholtysik

Von und mit: Bettina FöldesiLena NatusDaniel SchaufPhilipp Scholtysik und Jacob Bussmann

Eine Produktion der Hessischen Theaterakademie und dem Frankfurt LAB.


ER MACHT EIN UNVERSTÄNDLICHES ZEICHEN

„Berichtige deine Begriffe, reinige deine Gefühle“ (Schiller, Asthetische Briefe)

 

Während Wilhelm Tell die Schweiz befreit, indem er den Vogt Gessler erschießt, nimmt die Befreiung in Schillers Ästhetischen Briefen einen anderen Weg. Der Mensch soll in der ästhetischen Betrachtung frei werden. Wie erreicht man ein freies Sehen? Wie zeigt sich uns heute die Macht? Woran erkennen wir sie? Vielleicht können wir nicht mehr kaputt machen, was uns kaputt macht, weil wir es von uns selbst nicht trennen können. Sind wir so von Macht durchzogen, dass man sich seiner selbst entledigen müsste, um frei zu werden?

 

Rancières Schiller-Lektüre formuliert als Ästhetisches Regime eine Arbeitsweise, in der Repräsentation problematisiert wird. Dem folgend stellt ER MACHT EIN UNVERSTÄNDLICHES ZEICHEN ein Dispositiv der Freiheit her. Das Publikum wird imaginativ in ein Feld geführt, in dem es sich durch ein spielerisches freies Sehen, als freie Subjekte erfährt. Es bleibt dabei aber der symbolischen Ordnung der Bühne unterworfen. Freiheit vollzieht sich im Rahmen einer Machtstruktur. Die Frage der Befreiung wird zur Frage, welcher Struktur man sich unterwerfen will. Demgegenüber bleibt der Wunsch nach revolutionärer, eruptiver Befreiung als widerständige Hoffnung bestehen – das Dispositiv wird unentwegt von Subjektivität durchzogen.

 

Regie: Daniel SchaufPerformance: Philipp Scholtysik 

Ausgezeichnet mit dem Jury-Preis der Versionale für Theater-Regie (TUFA, Trier)


DER SIEBENTE KONTINENT

Foto © Jonatan Schwenk

Die „Vergletscherung der Gefühle" war Ausgangspunkt für Michael Hanekes filmisches Protokoll, seinem ersten Kinofilm Der Siebente Kontinent. Gnadenlos zerlegte der österreichische Autorenfilmer den Alltag, die Kamera folgte einer Familie bis in die totale Selbstverneinung. Im Grenzbereich zwischen Schauspiel und Videoperformance begeben wir uns auf eine Spurensuche in den Trümmern der Routine, eine Recherche in den Ritualen und Gesten des Alltags. Was erzählen uns die Überbleibsel eines – eigentlich – erfolgreichen Lebens über die Möglichkeit des authentischen Lebens? Wo liegt der "siebente Kontinent"? Kann man die Utopie noch denken, geschweige denn erreichen, wenn sich in der Gefühlswelt der postindustriellen Konsumgesellschaft das Eis ausbreitet? DER SIEBENTE KONTINENT ist ein Versuchsaufbau, bei dem der Forschende sich selbst riskiert: ästhetisch, spielerisch, emotional.

 

Regie: Daniel Schauf, Bühne: Teresa Rinn, Dramaturgie: Florian Heller, Video: Jonas Alsleben

Darsteller: Simon Bauer und Natalie Mukherjee 

Eine Produktion der Hessischen Theaterakademie und dem Theater Heidelberg.